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"2014 - 2018" jährt sich das Konstanzer Konzil zum 600. mal

Das Jubiläum wird von der "Konzilstadt Konstanz" organisiert. Interessante Neuigkeiten und Hintergrundinformationen erhalten Sie unter

www.konstanzer-konzil.de

KONZIL GESCHICHTE
Die Geschichte des Konstanzer "Konzils" Papst Martin V. wurde in einem "Kaufhaus" gewählt:

In den Jahren 1414 bis 1418 fand in Konstanz der größte Kongreß des Mittelalters statt, das 16. ökomenische Konzil zur Wahl eines Papstes. Es war zugleich die einzige Papstwahl auf deutschem Boden. Konstanz wurde ausgewählt, weil es zum einen Bischofssitz war, weil es ausreichend Herbergen gab und die Speisen "nicht allzu teuer seien". Und Konstanz verfügte über die entsprechenden Gebäude und Räume, wie das von 1388 bis 1391 erbaute "Kaufhaus", das heute "Konzil"genannt wird.

Drei Päpste konkurrieren

König Sigmund, der Sohn Karls des IV., hatte das Konzil einberufen um das kirchliche Schisma zu beenden. Es gab drei Päpste: Johannes der XXIII. alias Baltasare Cossa, der amtierende Papst aus Pisa und seine Gegenspieler Benedikt der XIII. alias Pietro di Luna aus Avignon und Gregor der XII. alias Angelo Correr aus Rom. Gewählt wurde niemand der drei, Johannes floh aus Konstanz, um dem Rücktritt zu entgehen, die beiden anderen traten zurück.

Martin der V. wird im "Konzil" gewählt

Im 11. November 1417 wurde endlich Kardinal Otto von Colonna als Papst Martin V. im oberen Saal des Konzilgebäudes gewählt. Somit fand die eigentliche Papstwahl in einem weltlichen Gebäude statt, während die Vorberatungen in Klostergebäuden, Kirchen oder dazugehörenden Gebäuden stattfanden. Das Konzilgebäude war bis dahin nichts anderes als ein "Kaufhaus", eine Markthalle. Es wurde von 1388 bis 1391 als Handelsstützpunkt mit Italien von der Stadt Konstanz unter der Leitung von Werkmeister Arnold gebaut.
Während im unteren Saal noch die Waren lagerten, wurden im oberen Saal 56 Wahl-Zellen eingebaut, die Fenster zugemauert und nur Kerzenlicht geduldet. Seit der Papstwahl trägt nun das Gebäude den Namen "Konzil".

72 000 Gäste und nur 6 000 Einwohner

Konstanz hatte zu dieser Zeit nur 6 000 Einwohner, mußte aber insgesamt 72 000 Gäste beherbergen. Die Stadt war drängend voll, dennoch wurde sie für die Durchführung dieses Kongresses allenthalben gelobt.

Menschliches und Grausiges

Es gab allerdings auch allzu Menschliches dabei. So blieb nach dem Konzil ein Schimpfwort: "ain concilium kind" - und die gab es freilich auch reichlich. Rund 700 Dirnen zählte der Chronist Ulrich von Richental. Um die Versorgung der Gäste aus aller Welt zu sichern, wurden 73 Geldwechsler (darunter der Bankier Cosimo Medici), 230 Bäcker, 70 Wirte, 225 Schneider und 310 Barbiere zusätzlich nach Konstanz geholt.
Aber es gab auch schlimme Auswüchse: Zwei bedeutende
Männer der böhmischen Reformation wurden während des Konzils in Konstanz lebendig verbrannt: Johannes Hus und Hyronimus von Prag.

Das neue "Konzil"

Von 1968 bis 1970 wurde das Konzilgebäude renoviert und zu einem Tagungs- und Festgebäude mit ausgefeilter Technik umgestaltet. Es ruht aber auch heute noch fest auf 14 gewaltigen eichenen Stützen. Bei der Renovierung wurde streng darauf geachtet, daß die historische Bausubstanz völlig erhalten blieb und gerade dies macht heute den besonderen Reiz des "Konzils" aus. Gäste finden im "Konzil" eine leistungsfähige, bodenständige Gastronomie, die auch sehr große Gruppen rasch zufrieden stellen kann. Die große Terrasse zum See ist einer der schönsten Plätze in Konstanz. Das ehemalige Warenlager im Erdgeschoß und der Saal der Papstwahl im Obergeschoß stehen heute als Tagungsräume für Veranstaltungen von 50 bis 800 Personen zur Verfügung. Dazu kommt das um 1900 eingebaute Restaurant "Patronentasche".
Bild aus: Chronik des Konzils,
Ulrich Richental
Bild aus: Chronik des Konzils,
Ulrich Richental